01.06.2018 | Spiegelhalle

Symposium: Ist das Kritik – oder kann das weg?


Mit Michael Laages


Kaum jemand sonst steht im Alltag von Medien und Kunst derart im Kreuzfeuer wie die Kritik. Speziell im Theater sieht sie sich massiv infrage gestellt, marginalisiert, im schlimmsten Fall ignoriert; aber auch missbraucht, dämonisiert und attackiert ... Darum die Frage: Wer schreibt denn da und warum, wann und worüber? Und obendrein: für wen - wer liest das, hört oder sieht sich das an?

Wie verstehen und beschreiben Kritikerinnen und Kritiker die eigene Rolle im Gegenüber mit den Kontrahenten: zuallererst dem Publikum, dann der lokalen oder regionalen Politik, den Medienunternehmen, für die sie arbeiten, und natürlich den Künstlerinnen und Künstlern? Wie absichtsvoll mischt Kritik sich auch ein (etwa in der „metoo"-Debatte) in politische Auseinandersetzungen um das Theater? Und wie sieht journalistischen Fairness gegenüber den Künstlerinnen und Künstlern aus? Und ist all das womöglich nur eine überaus deutsche Debatte?

Eingeladen zum Konstanzer Symposium sind Vertreterinnen und Vertreter von allen Fronten: aus Medien und Theater, Politik und Hochschule; und aus der kulturellen Gemeinschaft einer traditionsreichen Stadt. Im Anschluss an der Vorstellung von Betrunkene (Regie: Elina Finkel) am 1. Juni beginnt die Tagung mit einer Eröffnungsdiskussion in gemütlicher Atmosphäre bei Bier und Wein; am 2. Juni wird sie fortgesetzt mit Referaten, Tischgesprächen und der abschließenden Podiumsdiskussion, der die Premiere von Johanna Wehners Inszenierung von Friedrich Schillers Jungfrau von Orleans folgt. Der Radio- und Fach-Journalist Michael Laages leitet die Veranstaltung; er wünscht sich grundsätzlich eine Art Dreiklang - mit der „Stimme der Kritik" im gleichwertigen, gleichberechtigten Gegenüber von Künstlerinnen und Künstlern auf der zweiten und dem Publikum auf der dritten Seite. Ergreifen Sie die Möglichkeit und diskutieren Sie mit uns über das, was Theater ist, was Theater war, was Theater sein kann. Damit wir auf allen drei Seiten erkennen: Wir arbeiten am selben Projekt.

Teilnehmer*innen u.a.: Wolfgang Behrens (ehem. Kritiker nachtkritik, nun Dramaturg am Theater Wiesbaden), Johannes Bruggaier (Kulturredakteur Südkurier), Fritz Fenne (Schauspieler), Mizgin Bilmen (Regisseurin), Antje Thoms (Regisseurin/regie netzwerk), Urs Humpenöder (Doktorand, LKM, Universität Konstanz), Ludwig von Otting (ensemble netzwerk), Akin Sipal (Autor), Hartmut Wickert (Direktor Departement Darstellende Künste und Film, ZHdK), Gerd Zahner (ehem. Kritiker nachtkritik), Kornelius Friz (Kritiker FAZ/TAZ/nachtkritik), Daniele Muscionico (Kritikerin NZZ) sowie Jakob Hayner (Kritiker Theater der Zeit).

 Eintritt frei. Der genaue Programmablauf erscheint demnächst. Für Fragen, wenden Sie sich bitte an Dramaturg Eivind Haugland unter eivind.haugland@konstanz.de.

01.06.18 ab 22.00 Uhr (Ort wird noch bekanntgegeben)

02.06.18 11.00 - 17.00 Uhr Spiegelhalle


Das Programm

 

Wann

Wo

Was

1.6. | 19.30

Stadttheater

Vorstellung Betrunkene

1.6. im Anschluss

Stadttheater

Eröffnungsdiskussion. Impulsreferat Wolfgang Behrens: Vom Unbehagen, nicht kritisiert zu werden. Überlegungen eines Seitenwechslers.

2.6. | 11.00

Foyer Spiegelhalle

Impulsreferat Michael Laages: Geschäftsmodell ohne Zukunft? Professionelle Kritik im Umbruch.

2.6. | 12.00

Foyer Spiegelhalle + Dachboden

Tischgespräche:

Tischgespräch 1: Wie darf der/die Kritiker*in sich verhalten? Ethik und Handwerk der Kritik

Tischgespräch 2: Kunstkritik als politisches Instrument. Wie kann die Kritik politisch wirken/politisch Widerstand leisten?

Tischgespräch 3: Der/die Kritiker*in im Alltagsgeschäft: Die Online-, die Tageszeitung-, die Rundfunk- und die TV-Kritik.

2.6. | 14.00

Foyer Spiegelhalle

Mittagsessen

2.6. | 15.00

 

Foyer Spiegelhalle

Abschließende Diskussionsrunde: Das Theater und die Kritik - sitzen wir im selben Boot?

2.6.| 20.00

Foyer Spiegelhalle

Premiere Jungfrau von Orleans