29.09.2018 | Spiegelhalle

Hundeherz


Schauspiel nach Michail Bulgakow


Im Geiste von Goethes Faust und Mary Shelleys Frankenstein hat der russische Schriftsteller Michail Bulgakow mit Das hündische Herz eine spannungsgeladene und aberwitzige Groteske über einen fantastischen Laborversuch geschrieben, der im Kampf zwischen Schöpfer und Geschöpf gipfelt.

In Moskau ereignet sich eine Sensation. Dem angesehenen Chirurgen und Wissenschaftler Prof. Preobrashenski, Koryphäe auf dem Gebiet der Verjüngungsoperationen, gelingt ein waghalsiges Experiment: die Verpflanzung menschlicher Organe in einen Hundekörper. Die faustische Tat hat aber ungeahnte Folgen: Unerwartet überlebt der Hund und entwickelt nach und nach menschliche Charakterzüge - aus Lumpi wird Lumpikow. Während die Fachwelt darüber jubelt, mutiert Lumpikow schon bald zum Alptraum seines Schöpfers.

Von der sowjetischen Regierung sofort zensiert und verboten, ist die Erzählung aus dem Jahr 1925 eine bissige Satire auf ihren propagierten „neuen sowjetischen Menschen". Doch welches Menschenbild propagiert der heutige Kapitalismus in einer Gesellschaft, in der die Leistungsoptimierung in allen Lebensbereichen gefordert wird?

MUSIKALISCHE LEITUNG: Torsten KnollAUSSTATTUNG / BÜHNE: Andrej WoronKOSTÜME: Magdalena MusialCHOREOGRAFIE: Ana MondiniDRAMATURGIE: Miriam FehlkerMIT: Renate Winkler, Antonia Jungwirth, Nikolai Gemel, Harald Schröpfer, Axel Julius Fündeling, André Rohde, Jonas Pätzold, Denis PonomarenkoWEITERE: Armin Peterka, Rabea Schubert, Elena Bulochnikova, Hannah Albrecht, Karl Briesen