05.10.2018 | Singen Scheffelhalle | 1:25 ohne Pause

Die Reis'


Schauspiel von Gerd Zahner
Uraufführung


Die Reis' ist konstantes Stolpern, ein Suchen nach neuen Wegen. Ein todkranker Vater schickt nach seinem Sohn. Sie treffen sich am Bahnhof Singen, um gemeinsam auf die Reise zu gehen. Der Vater ist Jenischer. Sie sind die Kesselflicker, die Lederhändler, Scherenschleifer - fahrendes Volk, keine ethnische, aber eine soziale Gruppe. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden sie verfolgt und umgebracht und heute fristen sie immer noch ein Dasein am Rande der Städte, misstrauisch beäugt und abgelehnt.

Jakob, der inzwischen Jurist ist, sieht seinen Vater seit Jahren zum ersten Mal wieder. Die beiden ziehen den Marketenderwagen eine Woche und einen Tag. Sie erkunden das Kerngebiet der Jenischen, sie spielen jenische Musik, sie lernen sich kennen. Der Vater erzählt dem Sohn von jenischer Geschichte, doch dieser weiß mehr, als der Vater vermutet. Können so unterschiedliche Gestalten wie Jakob Junior und Senior zusammenfinden? Verbindet das Jenische - die Geschichte, die Poesie, die Traurigkeit - auch über Lebensentwürfe hinweg?

Mit Die Reis' setzt Autor Gerd Zahner der jenischen Tradition in unserer Region ein Denkmal. Er macht bekannt, nimmt Angst und plädiert für einen Gedenkort.

Beeindruckende Uraufführung des neuen Zahner-Stückes „Die Reis’“ in Singen – die Scheffelhalle erweist sich als fulminante Kulisse – Vater und Sohn spielen Vater und Sohn – Plädoyer gegen Ausgrenzung und Verfolgung bietet Parallelen zur Politik der Gegenwart – tolle Schauspieler-Leistung, ideenreiche Inszenierung und originelles Bühnenbild – ein rundum gelungener Premieren-Abend.Hans-Peter Koch, Seemoz, 9.10.2018
Dass Gerd Zahner der Versuchung zum Moralisieren widersteht, macht diese Begegnung so interessant.
…Klaus Fischer und Georg Melich sind auch im echten Leben Vater und Sohn. Der eine gibt den alten Jakob wunderbar störrisch: als einen, der vom Gegenüber Vertrauen einfordert, sich selbst aber nur zögerlich öffnet. Der andere überzeugt als Idealist, der an seinen eigenen Vorurteilen leidet…
Johannes Bruggaier, Südkurier, 9.10.2018

Ticketverkauf:

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In Kooperation mit:

Gefördert durch:

DRAMATURGIE: Dr. Daniel MorgenrothMIT: Sophia Foltin, Klaus Fischer, Georg Melich, Andreas KlumpfMUSIK: Rudolf HartmannWEITERE: Elisabeth Paul, Aaron Noah Bircher, Miriam Dold, Dorothea Jüttner, Ali Demir, Rabea Schubert