10.11.2018 | Spiegelhalle | 1:30h ohne Pause | Altersempfehlung 13+

Erschieß die Apfelsine


Schauspiel nach dem Jugendroman von Mikael Niemi
Uraufführung


Die Möglichkeiten des Lebens auskundschaften! Eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte, die nicht nur Jugendliche auffordert, mit offenen Augen durch die Welt zu stolpern. Mit kompromisslosem Witz keine halben Sachen machen!

Arschgeigen wird der Puderzucker in den Hintern geblasen, ohne dass sie je was tun müssen. Idioten mühen sich ab wie irre, schaffen es aber nie zu irgendetwas. Weder zu den einen noch zu den anderen will man gehören. Wer will schon mit 16 an der mausgrauen Durchschnittlichkeit der Welt scheitern? Der Held in Mikael Niemis Roman ist freiwilliger Außenseiter, der lieber im Putzkittel zur Schule geht, als irgendwie einfach mitzumachen. Mit seinen wortgewaltigen Aktionen macht er sich Feinde, findet aber auch Sympathisanten wie Pålle, der irgendwie komisch ist. Eine Geschichte über die Entdeckung der Poesie als Ventil für den Hass auf die Welt und das traurige Schicksal, wenn man ein solches nicht finden kann. Erstmals wird der Roman Erschieß die Apfelsine für die Bühne adaptiert und am Theater Konstanz zur Uraufführung gebracht.


Video und Schnitt kommt von

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Mikael Niemis mehrschichtiger Jugendroman ist nun in der Bühnenfassung von Stefan Eberle (der auch Regie führt) in die Spiegelhalle des Konstanzer Theaters gelangt. Überzeugend hat Eberle dabei den Ich-Erzähler der Vorlage zunächst als handelnde Bühnenfigur herausgeschält (Nikolai Gemel), um danach seine Gefühls- und Gedankenströme zusätzlich einem Alter Ego in den Mund zu legen. … Da, wo Mikael Niemi die Kraft der Literatur als Heilmittel beschwört, geht Stefan Eberle noch einen Schritt weiter und zeigt seinem jugendlichen Publikum, welche Möglichkeiten Theater bietet.
Abstraktion, Tempo und auch manch heitere Note tun der Geschichte gut, die durch mannigfache Regie-Einfälle punkten kann. Starke Auftritte auch von Renate Winkler als Mutter und Schulrektorin. Der Held des Abends aber ist Nikolai Gemel, der erst am Anfang seiner Karriere steht, gerade sein erstes Engagement in Konstanz angetreten hat. Da darf man sicher noch gespannt sein.
Elisabeth Elsner-Heller, St.Galler Tagblatt Online, 11.11.18
Der Regisseur hat Mikael Niemis Jugendroman „Erschieß die Apfelsine“ erstmals für das Theater adaptiert. Wie er Palles Eltern ins Bild setzt, ist krass. Wie Michelin-Männchen tragen sie Muskel- und Fettschichten am Leib. So sehen Alltagsmonster aus.
…Es braucht Platz für all diese grauen Menschen, die auf der sicheren Seite sein wollen, indem sie massenweise mit dem Trend turnen. Christine Bertl erweist sich als umsichtige Bühnenausstatterin.
…Der Schauspieler Gemel hält seine Rolle konsequent durch: überdreht, des gesprochenen Wortes unmächtig stolpert er bis in die Körpersprache hinein mit sich selbst ringend seinem wahrhaftigen Ich entgegen.
…Erschreckend und berührend, mit welcher konsequenten Ruhe Tomasz Robak den Amokläufer handeln lässt. Großer Applaus für fesselndes Theater.
Maria Schorpp, Südkurier 15.11.18

NÄCHSTE VERANSTALTUNGEN


AUSSTATTUNG / BÜHNE: Christine Bertl KOSTÜME: Christine BertlDRAMATURGIE: Eivind HauglandMIT: Sarah Siri Lee König, Renate Winkler, Axel Julius Fündeling, Nikolai Gemel, Tomasz Robak, Alexander Rauser, Emily Vöckler, Janina Lamersdorf, Louis FunkWEITERE: Tanja Hasslinger, Hannah Albrecht, Rabea Schubert, Leonie Klopstock, Holger Bueb