11.11.2018 | Stadttheater | 1:10h ohne Pause | Altersempfehlung 7+

Die Brüder Löwenherz


Weihnachtsstück nach dem Roman von Astrid Lindgren
REGIE: Sara Ostertag in Zusammenarbeit mit dem Ensemble


Mit Die Brüder Löwenherz ist der schwedischen Autorin Astrid Lindgren einer der mutigsten und berührendsten Romane der Kinder- und Jugendliteratur gelungen. In dieser Spielzeit kommt die Geschichte um die Brüder Karl und Jonathan, die seit Generationen ihre Leser in den Bann zieht, als Weihnachtsmärchen auf die Bühne.

Um seinem jüngeren Bruder Karl, genannt Krümel, die Angst vor seinem nahenden Tod zu nehmen, erzählt ihm Jonathan von Nangijala: das Land hinter dieser Welt, in dem es viele Abenteuer zu erleben gäbe und in dem er völlig gesund werde.

Als das Haus der Familie in Brand gerät, rettet Jonathan seinen kranken Bruder aus den Flammen, kommt dabei allerdings selbst ums Leben. Kurz darauf erliegt auch Karl seiner Krankheit. Die beiden begegnen sich als Brüder Löwenherz in Nangijala wieder. Dort leben sie zunächst glücklich und frei von Sorge und Leid zusammen. Aber Nangijala wird bedroht: Der Tyrann Tengil und sein Drachenweibchen Katla wollen das Land einnehmen. Die Brüder müssen erneut zusammen stehen und sich der Gefahr stellen. Das Abenteuer beginnt!

„Die Brüder Löwenherz“ in Konstanz ist eine unkonventionelle Inszenierung des Klassikers und erfordert Bereitschaft zum Abenteuer. Wer ins Theater geht, um die Helden der eigenen Kindheit in Strumpfhosen und mit Prinz-Eisenherz-Frisur zu sehen, der macht sich besser einen gemütlichen DVD-Nachmittag. Wer aber den eigenen Horizont öffnet für eine Neuinterpretation in einer Welt, die Videos beinhaltet, Handys, Computerspiele und Animationsfilme, in der Lebensrealität unserer Kinder also, der findet mit dieser großartigen Inszenierung unter der Regie von Sara Ostertag eine Fortführung der eigenen Kindheit in einer neuen, modernen Facette.
Das ist der Zauber des Theaters und auch die Aufgabe, wenn es sich inmitten der Medienvielfalt, die unsere Kinder umgibt, positionieren will. Es gibt keine DVD, die solch eindrucksvolle Stimmungen schafft wie das mystische Bühnenbild (Nanna Neudeck). Es gibt kein Playstationspiel, in welchem die Protagonisten nicht nur eine körperlich anspruchsvolle Performance an den Tag legen, sondern darüber hinaus Engagement zeigen, das Herzblut beweist (mein Favorit ist Devin Maier als veganes Berghain-Pony). Und es gibt wenig Youtube-Videos, die ambitionierte Choreographien mit warmherzigen Gesangstücken (Musik: Timm Roller) verbinden. Das alles ist aber möglich: auf der Bühne. Wer das Publikum von morgen begeistern will, der fängt so an!
Veronika Fischer, Seemoz, 21.11.18

Treffen. Zuhören. Berichten. Lutz Rauschnick befragt Regisseurin Sara Ostertag

Du hast gesagt, ihr macht mit „Löwenherz" auch quasi eine Familien-Produktion. Theater für alle. Was verstehst du darunter? Für Kinder? Erwachsene? Und das Thema: Auch Tod? Ist das nicht schwierig, für alle gleich darzustellen?

Für alle gleich darzustellen funktioniert grundsätzlich nicht. Aber was man machen kann, ist, Erzählformen zu
finden, die vielschichtig sind und mit verschiedenen Mitteln arbeiten, so dass sich unterschiedliche Menschen an unterschiedlichen Dingen orientieren können. Produktionen spezifisch für Kinder sind immer auch Produktionen, die auch ein erwachsenes Publikum auf eine Art involvieren. Man schaut gemeinsames und versteht
oder sieht gemeinsam auch unterschiedliche Dinge.

Hier geht's zum ganzen Interview.


NÄCHSTE VERANSTALTUNGEN


AUSSTATTUNG / BÜHNE: Nanna NeudeckKOSTÜME: Nanna NeudeckDRAMATURGIE: Ramona WartelsteinerMIT: Sylvana Schneider, Katharina Stehr, Peter Posniak, Dan Glazer, Jürgen Bierfreund, Anna Göttler, Devin Maier, Lena KolbMUSIK: Timm RollerWEITERE: Nicole Greue, Ali Demir, Rabea Schubert, Annika Stross, Milon Erichson, Andree Kruse, Dominik Nees