04.05.2019

Ich verschwinde


Schauspiel von Arne Lygre
Deutschsprachige Erstaufführung
REGIE: Philip Stemann


Am Rande einer Katastrophe versuchen einige Figuren ihrem eigenen Elend zu entfliehen. Dabei spiegeln sich die real anwesenden Spieler*innen in Situationen und Schicksalen Abwesender, deren Not sie sich vorstellen und sprachlich erst erschaffen. Der norwegische Erfolgsautor Arne Lygre setzt mit Ich verschwinde, das 2013 den Ibsenpreis gewann, auf den Kern des Theaters - die Sprache - und entwickelt ein komplexes Stück über die unsichtbaren Verbindungen der Menschen im Zeitalter existentieller Erschütterungen.

Heimat: Eine Frau sitzt in ihrem Haus und erzählt von den alltäglichen Dingen ihres Lebens, von ihrer Verbundenheit mit diesem Ort. Noch einmal führt sie sich diese vor Augen, bevor sie vergangen sein wird, denn sie muss fort. Die Freundin kommt dazu. Gemeinsam warten die beiden Frauen auf zwei weitere Angehörige. Die Tochter der Freundin trifft ein, der Ehemann bleibt jedoch verschwunden. Am nächsten Morgen brechen die drei Frauen auf, fahren mit dem Auto, bis es nicht weiter geht, laufen zu Fuß zur Küste und sehen zu, wie andere schwimmend versuchen, die Insel zu erreichen. Ich verschwinde erzählt rätselhaft und hintergründig davon, dass die Menschen in einem Boot sitzen und gemeinsam unterwegs sind. Ob sie wollen oder nicht.