17.05.2019

Die Hauptstadt


Schauspiel nach dem Roman von Robert Menasse


In seinem großen europäischen Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen. Für seine EU-Dramatisierung erhielt Menasse den deutschen Buchpreis 2017.

Durch die Straßen von Brüssel, Hauptsitz der Europäischen Union und Sitz der Nato, läuft ein Schwein. Während die Medien damit beschäftigt sind, die Story auszuschlachten, steht Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, vor der Herausforderung, das angeschlagene Image der Kommission aufzupolieren. Ein neues Narrativ muss her! Ihr Kollege Martin Susman hat auf einer Geschäftsreise nach Polen die zündende Idee: „Die Überwindung des Nationalgefühls. Wir sind die Hüter dieser Idee! Und unsere Zeugen sind die Überlebenden von Auschwitz! Nie wieder - das ist Europa! Wir sind die Moral der Geschichte!" Als Zeitzeuge dafür herhalten soll David de Vriend, der jetzt in einem Altersheim gegen sein eigenes Vergessen kämpft. Er ist als Kind von einem Deportationszug gesprungen, der seine Familie in den Tod führte. Doch bald schon bemerken Xenopoulou und Susman, dass sie die nationalen Interessen in der Europäischen Union unterschätzt haben. Gegen Hürden in seiner eigenen Abteilung kämpft auch Kommissar Brunfaut an. Aus politischen Gründen soll er einen Mordfall auf sich beruhen lassen. Alle Akten und Beweise sind auf unerklärliche Weise auf einmal verschwunden. Und was macht Brüssel - es fahndet nach einem Schwein!