15.06.2019 | Klein Venedig | 2:15H inkl. einer Pause

FOOTTIT UND CHOCOLAT


Zirkusspiel von Christoph Nix nach einer wahren Geschichte
Uraufführung
REGIE: Mark Zurmühle, Olli Hauenstein, Christoph Nix


Lange war sie vergessen: die Geschichte des ersten schwarzen Clowns, genannt Chocolat, und seines weißen Partners Foottit. Gemeinsam stolperten beide zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Zirkusmanegen Frankreichs. Indem sie den autoritären Weißclown und den leidenden schwarzen dummen August als komisches Duo etablierten, revolutionierten sie die Clownskunst. Doch trotz großer Erfolge scheiterten sie an den Vorurteilen ihrer Epoche. 100 Jahre später wurde die Geschichte verfilmt.

Clown George Foottit entdeckt den aus der kubanischen Sklaverei entflohenen Rafael Padilla. Die beiden Außenseiter freunden sich an und entwickeln eine Bühnenshow. Unter dem Künstlernamen Chocolat wird Rafael zum Co-Star. Dass sein Partner doppelt so viel Gage bekommt, weiß Rafael nicht, aber dass er derjenige ist, der vor dem johlenden Publikum verhöhnt und getreten wird, realisiert er bald.

Die eigens für Konstanz erarbeitete Bühnenfassung erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Rafael Padilla. Eine Hommage an die Menschlichkeit im Angesicht der Clownerie. Gemeinsam mit Clown Olli Hauenstein, der auch die Rolle des Foottit übernimmt, wird Intendant Christoph Nix und sein Regieteam dieses Spektakel in einem Zirkuszelt als Uraufführung auf die Bühne bringen.

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DAS ZIRKUSZELT IST KLIMATISIERT

Selbstmörderisch würde man jedes andere Theater nennen, das sich gegen eine Sprachregelung verhält, mit der man sich doch auch die Subventionen sichert. Doch Christoph Nix weigert sich, den Erwartungen zu entsprechen. Sein Blick auf ein historisches Kapitel Rassismus in der Kunstwelt Europas geht herrlich unkorrekt über die Bühne.
…Doch in Konstanz, im Zelt am See, die grüne Grenze zur Schweiz verläuft wenige hundert Meter dahinter, wird das pure Leben zelebriert. Der Abend ist hochmusikalisch dank dem Zirkusorchester unter der Leitung von Rudolf Hartmann; und wenn die Schauspieler (unter anderen Harald Schröpfer) und Schauspielerinnen (unter anderen Anne Simmering) des Theaters singen, ist das konzertreif.
Handwerk und Poesie, Politikunterricht und Unterhaltung, «Foottit und Chocolat» ist ein Mehrsinnenvergnügen. Denn gewiss ist das Hirn unser eigentliches Lachorgan, und an diesem Abend wird es gefordert. Mark Zurmühle und sein Team erzählen auch eine Migrations- und Flüchtlingsgeschichte und davon, wie der Pass letztlich bis heute der «edelste Teil des Menschen» ist. Das wusste Bert Brecht aus eigener Erfahrung.
Daniele Muuscionico, NZZ, 3.7.20189
Der Reiz dieser wahren Geschichte um den ersten schwarzen Clown Chocolat liegt in der sich gegenseitig befruchtenden Spannung von Zirkus- und Theateratmosphäre. Man sitzt gerne im Zelt, lässt sich amüsieren, und gleichzeitig läuft da in der Manege eine berührende und oft auch traurige Geschichte um Rassismus und Ausbeutung, um Erfolg und Scheitern, um Liebe und Tod.Martin Preisser, St.Galler Tagblatt/ Thurgauer Zeitung, 17.6.19
Ja, man hätte an diesem Abend mehr sehen wollen. Mehr von all dem, was Theater und Zirkus eint: Phantasie, Träume, Nachdenklichkeit – vielleicht auch der Versuch, die Dinge „irgendwie“ gut zu machen, die nicht gut sind. Nicht zu vergessen die Kunst der Darstellung.Brigitte Elsner-Heller, thurgaukultur, 17.6.19
…dürfen wir die Konstanzer Inszenierung, ihre Ambition, als hohe Kunst auffassen.Siegmund Kopitzki, Südkurier, 17.6.19
Die Requisite und Kostümbildnerin Uschi Haug haben Großartiges geleistet, um die Zirkuswelt um 1900 wieder aufleben zu lassen, in der sich der englischstämmige Proficlown George Foottit (Olli Hauenstein – Schweizer Profi-Clown mit entsprechend vielversprechender Performance) und der in einer kubanischen Sklavenfamilie gebürtige Rafael Padilla (Ramsès Alfa – kein Proficlown, aber mindestens genauso professionell) kennenlernen.
Die Inszenierung des Trios Zurmühle, Hauenstein und Nix verspricht ein Spektakel, bei der alle – Darsteller, Musiker, Techniker und Organisatoren – ihr Bestes geben, um die Zuschauer mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Geschichte Rafael Padillas, des ersten schwarzen Clowns, blicken zu lassen.
Franziska Spanner, Seemoz, 24.6.19

NÄCHSTE VERANSTALTUNGEN


MUSIKALISCHE LEITUNG: Stefan Gansewig, Rudolf HartmannAUSSTATTUNG / BÜHNE: Christoph NixKOSTÜME: Uschi HaugDRAMATURGIE: Daniel Grünauer, Michael LaagesMIT: Jana Alexia Rödiger, Anne Simmering, Heinke Hartmann, Olli Hauenstein, Ramses Alfa, Christoph Nix, Peter Cieslinski, Georg Melich, Harald Schröpfer, Patrick Balaraj Yogarajan, Mbene Mwambene, Jens Weber, Janina Lamersdorf, Isante Thurgau-Zürn, Julia Sophie Bechtold, Olga Doering, Elisabetha Doering, Patrick Miez, Fabian Burigana, Anne Leonie Reinicke, Theresa Schäffauer, Enea von Stechow, Valentin von Stechow, Ricardo Bügler, Adriano Bügler, Francesco Antonia Bügler, Enrico Pio Bügler, Elano Johann Bügler, Toni Mario BüglerMUSIK: Stefan Gansewig, Thomas Förster, Frank Denzinger, Michael T. OttoWEITERE: Stefan Eberle, Hannah Albrecht, Ali Demir, Andreas L. Mayer, Claudia Schiller, Annika Stross, Dennis von der Bey, Carlotta Völkers, Roland Heger; Jelena Engelhard