28.06.2019

Katharina Knie


Seiltänzerstück von Carl Zuckmayer
REGIE: Martina Eitner-Achempong


Die Spiegelung des Menschenbildes in der Darstellung seiner Kreatürlichkeit, das heißt, seines Schicksals, das er zu bestehen und an dem er sich zu messen hat. So beschreibt der Schriftsteller Carl Zuckmayer die Intention seines Werkes. Katharina Knie gehört zu seinen sozialkritischen Volksstücken, in denen Solidarität und Füreinander einstehen in Zeiten wirtschaftlicher und politischer Not thematisiert werden.

Wenn Katharina auf dem Seil tanzt, hält jeder Zuschauer in der Manege den Atem an. Die Tochter des alten Zirkusdirektors und Seiltänzers Knie ist der Star einer kleinen Zirkustruppe, die von Dorf zu Dorf zieht. Ihr Vater ist stolz auf ihr Talent und bestimmt sie zur Erbin des Familienunternehmens. Als der von den Auswirkungen der Inflation geplagte Wanderzirkus Knie in einem kleinen Dorf gastiert, wird die recht überschaubare Zirkuswelt aus dem Gleichgewicht gebracht: Katharina stiehlt einem Bauern erst den Hafer, dann das Herz und steht am Ende vor der Entscheidung: Fortsetzung des Wanderlebens in der eingeschworenen Zirkusgemeinschaft oder ein bodenständiges Dasein an der Seite des Bauern Rothacker? Katharinas Entscheidung stellt die alte Zirkusdynastie schließlich vor die Überlebensfrage.