31.12.2018 | Werkstatt

Geh’n mer Tauben vergiften im Park


Ein Abend mit Liedern von Georg Kreisler


„Wie schön wäre Wien ohne Wiener

So schön wie a schlafende Frau!

Der Stadtpark wär sicher viel grüner

Und die Donau wär endlich so blau!"

 

 

Wiener und Wienverachter, Heimatloser, Antikapitalist und Anarchist und dabei sehnsuchtsvoll, einsam und romantisch: Es gibt viele Beschreibungsversuche für den deutschsprachigen Kabarettisten Georg Kreisler. Gleichwohl wollte er sich nie in diese vermeintliche Schublade stecken lassen.

1922 im Wien der Kaffeehäuser geboren und als Kind jüdischer Eltern vor dem Nationalsozialismus geflohen, debütierte er musikalisch in Hollywood. Mit seinem Eigensinn und boshaften Humor konnten jedoch weder der US-amerikanische Plattenmarkt, noch die Kulturschaffenden in Wien nach seiner Rückkehr 1955 viel anfangen. Seine Texte und Lieder strotzen vor scharfer, gesellschaftspolitischer Kritik, die er in unschuldige Reime verhüllt. Ob es sich dabei um neurotische Ehegatten, jüdische Onkel oder die Absurdität der Bürokratie handelt, seine Texte sind bissig, trotzig und verspielt, Unterhaltung, Zeitdokument und in ihrer politischen Grundhaltung immer noch treffend.

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MUSIKALISCHE LEITUNG: Andreas KohlDRAMATURGIE: Elisa Elwert, Daniel GrünauerMIT: Renate Winkler, Jonas Pätzold, Axel Julius Fündeling, Harald SchröpferWEITERE: Elias Kremer