18.10.2019 | Stadttheater

Scala Adieu – Von Windeln verweht


Film über das Ende des Konstanzer Scala-Kinos
REGIE: Douglas Wolfsperger


Douglas Wolfspergers Kino-Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von der Schliessung des traditionsreichen Programmkinos "Scala Filmpalast" vor dem Hintergrund einer kommerziell orientierten Stadtplanung. Der Film stellt die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen und was passiert, wenn Orte zum Träumen zu Orten zum Kaufen werden. Bei den Biberacher Filmfestspielen 2018 wurde der Film mit dem Doku-Biber für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Mit Eva Mattes, Prof. Dr. Dr. Christoph Nix, Douglas Wolfsperger u.a.

Weitere Infos zum Film: www.scala-adieu-film.de

 

Entstanden ist eine facettenreiche filmische Kombi aus melancholischem Abgesang auf eine bedrohte Kulturgattung und leidenschaftlicher Liebeserklärung ans Kino, aber auch eine kritische Fallanalyse zum städtebaulichen Verdrängungswettbewerb sowie ein engagiertes Plädoyer für mehr Zivilcourage und eine offensivere Kulturpolitik.Filmecho
Wahrscheinlich wäre die Schliessung des "Scala" nicht zu verhindern gewesen. Ein ganz normaler wirtschaftlicher Vorgang, auch baurechtlich alles in trockenen Tüchern.
Aber das wirklich Bedrückende an diesem Film ist die kulturpolitische Ignoranz der Konstanzer Politiker, angefangen vom CDU-Oberbürgermeister Uli Burchardt bis hin zum Kulturbürgermeister Andreas Osner, der sogar die Proteste verteufelt. Da gibt es kein Wort des Verständnisses, keinen Hauch eines Bedauerns. Da kann der OB von der »schönsten Stadt der Welt« und nachhaltiger Entwicklung daher reden – man hat aber den Eindruck, dass er und seine Kollegen den Ausverkauf ihrer Stadt betreiben.
Epd-Film
Eine Anklage nicht gegen den Tod eines einzelnen Kinos, sondern gegen die Gleichgültigkeit oder gar Geringschätzung, die der Kultur allgemein entgegenschlägt.
Der OB, süffisant und gönnerhaft, lobt die Stadt in höchsten Stadtmarketingtönen. Und er hat ja auch durchaus ein Argument auf seiner Seite, wenn er den zunehmenden, nostalgisch getönten und grundsätzlichen Unwillen zur Veränderung in großen Teilen der Bevölkerung beklagt. Macht dies aber fest am Beispiel eines Radweges über eine Wiese, für deren Erhalt sich lachhafterweise gleich Bürgerinitiativen bilden würden – und offenbart so seine vollkommene Blindheit gegen die Sorge und das Unbehagen an der zunehmenden Flächenversiegelung. Über Wolfspergers Frage nach dem kulturellen Wert der Filmkunst, die im „Scala“ gezeigt wird, mokiert er sich nur und zeigt damit die Fratze der Verachtung.

Wenn selbst die oberen Fünfhundert sich nicht einmal mehr den Anschein geben, sich für Kultur zu interessieren, wenn sie nur noch nach dem Preis schauen und nicht mehr nach dem Wert – wie soll dann überhaupt jemand an Kino, Theater, Musik jenseits kommerzieller Mainstreamware herangeführt werden?
Kino-Zeit
Eine muntere Lektion in bürgerlichem Ungehorsam.Programmkino.de
"Scala Adieu" ist ein nachdenklicher, auch polemischer Dokumentarfilm.
Ein sehr persönlicher Abschied, mit Wehmut im Herzen, aber auch mit geballter Faust.
BR KinoKino

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