28.09.2019 | Spiegelhalle | 1:15 ohne Pause | Altersempfehlung 14+

Junge Hunde


nach dem gleichnamigen Roman von Christoph Nix
Uraufführung


Wir schreiben das Jahr 1968 -  ein weiterer sinnloser, brutaler Krieg schockiert die Welt: Der Vietnamkrieg. Es beginnt zu rumoren. Die Jugend erwacht. Sie schließt sich zusammen und verändert die Welt. Aber in der ländlichen Gegend, in der der 15-jährige Menz aufwächst, kommt zunächst wenig an von den Revolutionen in den Zentren. Dabei hat Menz so viele Fragen: Haben die gleichen Züge, die ihn in die Schule der nächsten Kleinstadt bringen auch Juden nach Auschwitz deportiert? Warum sind in der Schule noch immer Lehrer, die begeistert bei den Nazis mitgemacht haben? Warum erzählt einem Niemand vom Kommunismus?

Aus den unbeantworteten Fragen erwächst Wut und aus der Wut der Wille, selber aktiv zu werden - Menz will mit seiner Ho-Chi-Minh-Gruppe die Revolution in die Kleinstadt bringen! Schnell sind sie dadurch im Visier der Polizei und der strengen Lehrerschaft. Dabei hat Menz noch ganz andere Sehnsüchte: Er will sich endlich verlieben. Und: Er hat ein Geheimnis, eines über das er lange schweigt

Der handlungsreiche Coming-of-Age Roman zeigt den Weg eines jungen Menschen in den linken Widerstand. Heute, in einer Zeit zwischen Politikverdrossenheit und Aktionismus, muss sich jeder die Fragen stellen: Wann beginnt dein Widerstand?

Mit szenischer Leichtigkeit erzählt Vorwerk von einer Jugend, über die sich der lange Schatten des zweiten Weltkriegs und bedrückender Ereignisse der Zeitgeschichte legt und sich trotzdem oder gerade deswegen (?) nach Freiheit, Abenteuer und Liebe sehnt.
… Besonders gelungen ist der amerikanische Feldwebel, der mit einem Star-Spangled Banner behangen und einem Stahlhelm auf dem Kopf von unterschiedlichen Schauspielern verkörpert wird – die Erkennungszeichen werden beiläufig weitergereicht. Zentrale Rollen wie Menz (ein gutes Paar: Arlen Konietz und Ralf Beckord), seine Schwester (voll darstellerischer Energie: Sarah Siri Lee König) und Leo (in seinem Element: Peter Posniak) sind den DarstellerInnen eindeutig zugeordnet. Zwischen anderen Charakteren wechselt das Ensemble schnell und mühelos mithilfe weniger Requisiten. Arlen Konietz und Peter Posniak präsentieren darüber hinaus ihr musikalisches Talent an der Gitarre und trällern Zeitgeist-Songs wie Bob Dylans „The times they are a‘changing“ oder „Mother“ von John Lennon. Und ja, Tom-Darsteller Axel Julius Fündeling kommt mit Lennon-Brille und Pilzkopfperücke dem jungen Beatle schon recht nahe.
… „Junge Hunde“ will uns durchaus lehr- und aufschlussreich mit einem kraftvollen Bühnenbild und einer umfassend starken schauspielerischen Leistung daran erinnern: Die „Macht ist vom Volk immer nur geliehen“. Unbedingt lesen und/oder ansehen!
Franziska Spanner, seemoz, 23.10.19
Ein bewegendes GlanzlichtOliver Fiedler, Wochenblatt Singen, 2.10.19
Regisseur Oliver Vorwerk hat entsprechend inszeniert, so dass die „Coming of Age“-Geschichte als Stück für alle Altersklassen funktioniert.
…„Junge Hunde“ ist ein gut ausgewogener Theaterabend mit einem ausgesprochen spielfreudigen Ensemble
Brigitte Elsner-Heller, St.Galler Tagblatt/Thurgauer Zeitung, 30.9.19


Interview mit Regisseur Oliver Vorwerk: "Traut Euch"

AUSSTATTUNG / BÜHNE: Elena BulochnikovaKOSTÜME: Elena BulochnikovaDRAMATURGIE: Anna-Lena KühnerMIT: Jana Alexia Rödiger, Sarah Siri Lee König, Arlen Konietz, Dan Glazer, Ralf Beckord, Peter Posniak, Axel Julius Fündeling; Gregor KariMUSIK: Jan FriesWEITERE: Nicole Greue, Klara Steiger, Annika Stross, Lela Mader, Holger Bueb, Julia Liedtke