18.01.2020

Zwei Tage, eine Nacht


Schauspiel nach dem Filmdrama von Jean-Pierre und Luc Dardenne
Uraufführung


Sandra ist junge Mutter und Angestellte eines kleinen Unternehmens. Sie soll entlassen werden, damit die anderen 16 Kollegen je 1.000 Euro Prämie erhalten können. An einem Freitag wurde darüber abgestimmt. Außer zwei Arbeitskollegen haben alle sich für den eigenen Bonus entschieden. Jetzt bleibt Sandra das Wochenende - zwei Tage und eine Nacht - jeden einzelnen der Belegschaft zu überzeugen, doch noch für sie zu stimmen. Denn eines hat Freundin Juliette für Sandra gegenüber dem Chef wenigstens aushandeln können: dass die Wahl am Montagmorgen noch einmal, diesmal geheim, wiederholt wird.

In dem Versuch, mindestens sieben ihrer Kollegen umzustimmen, wird Sandra unterstützt von ihrem Mann Manu. Er liebt sie und glaubt anfangs mehr an seine Frau, als sie an sich selbst. Denn Sandra ist noch labil, sie erholt sich nur langsam von einer Depression.

Das Filmdrama Deux jours, une nuit von den belgischen Brüder Dardenne ist die Vorlage für diese Uraufführung in der Bearbeitung von Martin Nimz. "Kollegin" oder "Bonus" - knapper und treffender als Jean-Pierre und Luc Dardenne kann man die wirtschaftliche Krise kaum aufs Menschliche herunterbrechen - ein starkes Votum gegen die Leistungsbesessenheit unserer Arbeitswelt.