08.02.2020

Glückliche Tage


Schauspiel von Samuel Beckett


Ein Liebespaar in aussichtsloser Lage. Sie, Winnie, sitzt fest in einem Erdhügel. Nur ihr Oberkörper schaut heraus. Bewegen kann sie sich nicht. Höchstens einmal die Arme hochreißen oder den Kopf drehen. Hin zu Willie, der neben dem Hügel am Boden liegt. Er schläft. Auf Winnies Zurufe antwortet er in Abständen einsilbig, wenn er überhaupt noch reagiert. Sie sind ein Paar, das sich immer noch liebt, trotz aller Widrigkeiten. Winnie hört nicht auf zu reden: von ihrem Alltag, vom Glück. Um sie herum verstreut liegen Requisiten unserer Zivilisation, mit denen sie sich die Zeit vertreibt: eine Einkaufstasche, ein Sonnenschirm, Schminksachen, eine Lupe und ein Revolver. Mit der Zeit sinkt Winnie immer tiefer in den Erdhügel ein, bis am Ende nur noch ihr Kopf zu sehen ist. Dennoch lässt sich Winnie Humor und Lebensmut nicht nehmen. Was kann man tun, wenn man in so einem Loch festsitzt? Auf keinen Fall den Kontakt zum Gegenüber, zu Willie, verlieren. Mit allen Mitteln ringt sie um die Bestätigung ihrer Existenz. Komme, was wolle. Was den Menschen zum Menschen macht, ist die Grundfrage in Theaterstücken des irischen Schriftstellers Samuel Beckett.

Mit Glückliche Tage schrieb er Anfang der 1960er Jahre eine Tragikomödie vom Überleben des Menschen durch Anpassung. Außerdem erzählt sie die Liebesgeschichte zweier alternder Menschen, die von heiterer Gelassenheit angesichts der Endlichkeit des Menschen geprägt ist.