Electronic City

Electronic City

Premiere, am 09.12.2006, Spiegelhalle

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Kategorie:  Schauspiel

„Tom betritt das Gebäude, in dem er seit etwa zwei Wochen wohnt – kennt niemanden – endlose Flure – Die Stadt? – Los Angeles – New York – Berlin – Seattle, Tokio, Mexico City – ist das hier überhaupt das richtige Gebäude?“ Tom ist Manager, Geschäftsreisender im Global Village, einer von Tausenden im Heer der modernen Arbeitsnomaden, die mit Handy, Notebook und Palm in allen internationalen Businesslounges zuhause und nirgendwo daheim sind. Seine aktuelle Geliebte Joy, die bei einer Catering-Firma arbeitet, trifft er für schnelle Nummern im Transitbereich irgendeines Flughafens. Allerdings nur, wenn sie ihre Dienstpläne koordinieren können. Seine Firma bringt ihre Angestellten in der Hotelkette „Welcome home“ unter, die überall auf der Welt identisch aussieht. Und jetzt ist es so weit: Tom ist ein Opfer seiner Isolation und Kommunikationsunfähigkeit geworden, hat die Orientierung verloren, den Tür-Code für sein Zimmer verlegt und überhaupt vergessen, wo und wer er ist. Er irrt durch die Flure – „welcome home“ grinst es von jedem Abtreter. Falk Richter ist in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten und erfolgreichsten deutschen Regisseure und Theaterautoren geworden. Electronic City gehört zum Zyklus Das System. Unsere Art zu leben, mit dem der 37jährige unmittelbar auf unsere Gegenwart reagiert: auf die mediale Kriegshetze in den USA, auf die Präsenz von Gewalt in allen Lebensbereichen, auf die Selbstverständlichkeit, mit der wir unsere Art zu leben allen anderen Kulturen aufzwingen.

Presserezensionen

11.12.2006, Südkurier