Nordost

Torsten Buchsteiner

Inszenierung:
Premiere, am 05.06.2009, Stadttheater

Weitere Informationen:


Moskau. 23.Oktober 2002. 21.15Uhr.
Die Russin Olga sitz mit ihrem Mann und ihrer neunjährigen Tochter im Zuschauerraum des Theater an der Dubrowka. „Auf der Bühne läuft die Tanznummer Piloten. Acht Soldaten singen und steppen. Sie tragen Uniformen aus dem 2. Weltkrieg. Plötzlich kommen Männer mit modernen Tarnuniformen auf die Bühne. Aha, denke ich, die schlagen da einen Bogen zu heute. Ein Schuss fällt. Das Orchester hält inne. Gefangene werden auf die Bühne gebracht. Die tragen auch heutige Kostüme. Das ist ja raffiniert!“
Doch es ist kein Schauspiel. 41 bewaffnete tschetschenische Rebellen stürmen das Theater. Unter ihnen Zura. Sie ist eine „Schwarze Witwe“, trägt einen Sprengstoffgürtel um den Bauch und bewacht die Türen. Die Geiselnehmer drohen mit dem Tod, trennen Mütter von den Kindern, Frauen von den Männern. Vor dem Gebäude steht die lettische Ärztin Tamara. Sie bekommt die Erlaubnis, die Festgehaltenen medizinisch zu versorgen. Ein Bild des Grauens bietet sich ihr im Theater. Unterdessen gehen draußen die Verhandlungen mit den Terroristen weiter. Die Anspannung bei den drei Frauen wächst zusehends. Nach drei Tagen stürmen russische Sicherheitstruppen das Gebäude, setzen zur Betäubung der Geiselnehmer Nervengas ein. Jede für sich kämpft ums Überleben.

Anhand der Gedankenprotokolle der Frauen beschreibt der Hamburger Autor Torsten Buchsteiner das Aushalten dieser Extremsituation und lässt den realen Zuschauer zum Zeugen des Terroranschlages werden.
„Gut spielen die, denke ich. Das weiß ich noch ganz genau – weil ich mich später so geschämt habe, dass ich das nicht früher bemerkt habe. Dass alles echt ist. Alles. Unfassbar echt.“

Die Produktion NORDOST wird in der Spielzeit 09/10 auf Gastspiel in Deutschland, Schweiz und Frankreich gehen. Wenn auch Ihr Haus ein Gastspielort sein könnte, erhalten Sie weitere Informationen unter 07531/900-194

Inszenierung Leyla Rabih
Ausstattung Toto

Presserezensionen

08.06.2009, Südkurier
05.06.2009, Schwäbische Zeitung