Kunstinstallation auf dem Münsterplatz

"Wir dürfen nicht aufhören Kunst zu machen!"

Kunst im Container
Die Installation ist das Ergebnis eines pandemiebedingten Probenverbotes. Während der Spielzeit 20/21 war es dem Team nicht möglich, in die Gefängnisse zu fahren. Stattdessen haben Schreib- und Gestaltungswerkstätten stattgefunden. Die Ergebnisse wurden in einem Container der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Größe des Containers entsprach der eines Haftraumes. Im Innern wurde das Originalmobiliar einer Strafanstalt sowie Texte, Bilder und Objekte von Inhaftierten ausgestellt. 
Der Container konnte als Ausstellungs- und Erlebnisraum vom 21.06.2021 bis 19.07.2021 auf dem Münsterplatz in Konstanz besucht werden.

Worum geht es in der Installation?
Die Kunstinstallation hat sich mit dem allgegenwärtigen Thema Isolation auseinandergesetzt und die Situation während der Corona-Pandemie in 3 baden-württembergischen Gefängnissen in Adelsheim, Ravensburg und Schwäbisch Gmünd beleuchtet. Die massiven Einschränkungen des sozialen und gesellschaftlichen Lebens in Folge der Pandemie führten auch im sogenannten Außen verstärkt zu Empfindungen des Isoliert-seins.
Wie aber erleben Menschen hinter Gittern die Pandemie?
Was macht diese Zeit mit Menschen, die aufgrund von Straftaten bereits isoliert leben?
Diesen und weiteren Fragen ist das Projektteam mit Inhaftierten über kreative Schreib- und Gestaltungswerkstätten nachgegangen. Entstanden sind künstlerische Arbeiten, die seltene Einblicke in das Leben hinter Gittern geben. 

„Ich bete, dass wir etwas lernen. Dass, wenn es endlich vorbei ist, jeder weiß, was wirklich wichtig und wertvoll ist. Der wahre Wert von Freiheit: Die Bedeutung von Familie und Freunden.“ (Worte einer Inhaftierten)

Wir danken den kooperierenden Anstaltsleitungen Katja Fritsche, Sibylle von Schneider und Thomas Mönig für die Zusammenarbeit.
Ein besonderer Dank gilt den zuständigen Mitarbeiterinnen vor Ort, Tamara Burger, Linda Sattelmaier, Melanie Schindler, Annette Benk. Ohne die tatkräftige Mithilfe der Pädagoginnen wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen.

Vertonte Texte von Inhaftierten

Kein Zuhause 

Der Song besteht ausschließlich aus Textfragmenten von Inhaftierten. 
Musikalisch umgesetzt von Benedikt Sienz.

Eingesperrt (gesprochen von Schauspielerin Kristina Lotta Kahlert)

Szenische Lesung zu den Aktionstagen Gefängnis


Die szenische Lesung wurde vom Projektteam Theater hinter Gittern anlässlich der Aktionstage Gefängnis 2021 entwickelt und ist eine inhaltliche Weiterführung der Kunstinstallation im Sommer.
Aktionstage Gefängnis (aktionstage-gefaengnis.de)

Sie umfasst Texte von Gefängnisinsass*innen aus den Justizvollzugsanstalten (JVA´s) Adelsheim, Schwäbisch Gmünd und Ravensburg.
Die Texte geben einen Einblick in das persönliche Erleben von Einsamkeit, Isolation sowie Sehnsüchten und Träumen der Inhaftierten. 
Zu den Texten der Inhaftierten, integriert die Lesung schriftliche Rückmeldungen von Ausstellungsbesucher*innen der Installation „Isolation“.
Auf diese Weise werden Stimmen aus dem sogenannten "Innen" mit Stimmen aus dem sogenannten "Außen" verflochten.  

10. November, 19:00 Uhr, Foyer der Spiegelhalle
Dauer: ca. 40 min

Eine Schauspielerin schlüpft in einem spärlich beleuchteten Licht vorsichtig in einen blauen Trainingsanzug, setzt sich auf ein hartes Bett und spricht Worte von Stimmen anderer Menschen.Diese schreiben über Isolation, das Alleinsein, von immer gleichen Abläufen, von Sehnsucht nach Familie, Freund*innen und Freiheit.Verwoben sind Stimmen und Gedanken von Ausstellungsbesucher*innen, die diesen Alltag meist nur aus Erzählungen kennen, die versuchen zu verstehen, die urteilen oder die sich fragen, was so ein Leben im Gefängnis bedeuten kann. Ein Abend der suchenden Gesten und direkten Worte, der nach Austausch über Mauern sucht.

Mit Kristina Lotta Kahlert, Ajit Reineking, Karin Prengel
Musikalische Begleitung: Rudolf Hartmann
Szenische Einrichtung: Team Theater hinter Gittern