Warten auf... - der Podcast

Das Warten nimmt (k)ein Ende! Das Theater Konstanz startet den Podcast "Warten auf..."
 
Durch den aktuellen "Lockdown Light" wurden wir, das neue Team am Theater Konstanz, Anfang November erst einmal in unserem künstlerischen Schaffen ausgebremst. Zwar wird seitdem weiter an zukünftigen Produktionen geprobt, aber Vorstellungen dürfen wir aktuell nicht zeigen. Da wir den November (und eventuell darüber hinaus) nicht damit verbringen wollen auf politische Entscheidungen zu warten, sind wir einer Idee nachgegangen, die wir schon länger verwirklichen wollten, und haben den Podcast mit dem Titel "Warten auf..." entwickelt - eine regelmäßige Gesprächsreihe, die über das Internet zu hören sein wird.

In jeder Folge lädt eine Person aus dem Theater Konstanz einen Menschen aus der Stadt zum Gespräch ein. Sie sind verabredet, um über die Welt zu sprechen, über Konstanz und das Leben. Worauf macht uns eine Zeit, in der viele bisherige Gewohnheiten und Konzepte nicht mehr funktionieren, aufmerksam? Was für Freiräume entstehen dadurch und wie wollen wir Gesellschaft zukünftig gestalten? Was für Utopien entwerfen wir? Worauf warten wir? Worauf lohnt es sich zu warten und was müssen wir jetzt schon und unbedingt in die Hand nehmen?

Wir sind zuversichtlich, dass wir die Pandemie mit unserem Podcast "Warten auf..." überdauern und Sie auch langfristig mit spannenden Perspektiven und Gesprächsstoff versorgen werden! Wir können im Moment auf der Bühne nicht als "Sprachrohr der Gesellschaft" agieren, sehen es aber durchaus als unsere Aufgabe, aktuelle Themen der Gesellschaft aufzunehmen und ihnen wortwörtlich Gehör zu verschaffen. Worauf warten wir noch!?

Ab sofort können Sie unseren Podcast „Warten auf...“ zusätzlich auf Spotify, Apple Podcast, Amazon Music und allen anderen Streaming- und Downloadportalen hören. Die Folgen dauern zwischen 30 und 45 Minuten und werden voraussichtlich im 2-Wochen-Rhythmus erscheinen.

Folge 6 | Warten auf…das Bruttonationalglück

In der 6. Folge unseres hauseigenen Podcasts treffen Karin Becker und Patrick O. Beck auf Anita Hoffmann, die Gründerin der Konstanzer Tafel, und sprechen mit ihr über ihre Arbeit, ihre täglichen und nicht alltäglichen Begegnungen. Über die Dinge, die sie fordern, ärgern, aber auch die Dinge, die sie glücklich machen. Wir sehen uns ein paar Zahlen zur Armut in Deutschland an, zur Bekämpfung dieser und die Verhältnisse in Konstanz. Was macht die Tafel? Wie macht sie das? Wir beleuchten die meist ehrenamtliche Arbeit der Menschen, die sich tagtäglich für die Grundversorgung derer einsetzen, die es im Leben nicht so leicht haben, wie die meisten anderen: Familien aus den unteren Einkommensschichten, Rentnern, Geflüchteten, oder Gestrandeten. Wenn aus Bürgerengagement ein bundesweiter Verein mit mehr als 950 Anlaufstellen für mehr als 1,5 Millionen Bedürftige wird, die - in Konstanz zumindest - immer noch Kunden heißen.
© Theater Konstanz, Februar 2021

Folge 5 | Warten auf…den Gay Avenger

In der 5. Folge sprechen Ensemblemitglied Dominik Puhl und Aktivist Julian Kratzer über queere Utopien: Wo bleiben die queeren Vorbilder in Konstanz? Wartet eine Zukunft auf uns, in der ein "Gay Avenger" und Jungs in Kleidern keine Sensation mehr und Outings überflüssig sind?
 
Anbei erklären sie noch Begriffe, die ihnen für diese Folge wichtig sind:
 
Das binäre Geschlechtersystem: Die Vorstellung, dass es allein zwei gegensätzliche Geschlechter, nämlich „männlich“ und „weiblich“, gibt. Menschen, deren Geschlechtsmerkmale bei der Geburt weder „männlich“ noch „weiblich“ zugeordnet werden können, werden als intersexuell bezeichnet, das wird oft aber auch erst lange nach der Geburt festgestellt. Seit 2018 kann im Geburtenregister neben den Möglichkeiten „männlich“ und „weiblich“ auch „divers“ angegeben werden.
 
cisgender: Wenn das Geschlecht, das einer Person bei der Geburt zugewiesen wurde, deckungsgleich mit ihrer Geschlechtsidentität ist, ist sie cisgender.
 
transgender: Eine Person ist transgender, wenn sie sich nicht (oder nicht ganz) mit der Geschlechtsidentität identifiziert, die sie bei der Geburt anhand ihrer körperlichen Merkmale zugeschrieben bekommen hat. Die Bezeichnung trifft aber auch auf Menschen zu, die eine binäre Zuordnung ablehnen.
 
non-binary/ nicht-binär: Menschen die sich weder „männlich“ noch „weiblich“ identifizieren können oder wollen beschreiben ihre Geschlechtsidentität häufig als non-binary oder auch nicht-binär.
 
trans Mann/ trans Frau: Eine Person, die bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurde, sich aber als männlich identifiziert ist ein trans Mann. Und eine trans Frau ist eine Person, die bei der Geburt dem männlichen Geschlecht zugeordnet wurde, sich aber als weiblich identifiziert.
 
Transition: Der Prozess, bei dem körperliche Merkmale an die persönliche Geschlechtsidentität angeglichen werden heißt Transition oder Geschlechtsangleichung. Früher wurde hierfür auch der Begriff „Geschlechtsumwandlung“ verwendet. Das Wort „Umwandlung“ impliziert allerdings, dass etwa ein Mann „früher eine Frau war“ und mal eben aus einer Laune heraus „das Geschlecht wechseln will“. Er war aber ja immer schon ein Mann, auch wenn das die anderen nicht wussten. Also: Geschlechtsangleichung oder Transition.
 
Deadnames: Der Name den eine Person vor der Transition getragen hat, also bei der Geburt bekommen hat. Achtung: Der Deadname ist für viele Transgender mit starkem psychischen Leid und einem Lebensabschnitt verbunden, den sie unbedingt hinter sich lassen wollen. Die Frage nach dem Deadname sollte deshalb eher vermieden werden bzw. wenn eine trans Person keine Antwort darauf geben möchte, sollte das unbedingt respektiert werden!
 
queer: Bedeutet übersetzt soviel wie „seltsam“ oder „sonderbar“ und bildet heute, sehr flexibel, viele Perspektiven ab, die sich abseits einer heteronormativen Gesellschaft begreifen. Dazu kann die sexuelle Orientierung gehören, die Geschlechtsidentität, aber auch Beziehungsformen und sexuelle Vorlieben. In einer heteronormativen Gesellschaft gilt das binäre Geschlechtersystem, Cisgeschlechtlichkeit und Heterosexualität als Norm, Abweichungen werden pathologisiert und bestraft.
 
Wenn ihr mehr über das Thema "trans sein" erfahren wollt, empfehlen wir euch den gleichnamigen Podcast von Gen Eickers und Sophie Rauscher auf Spotify!
 
© Theater Konstanz, Februar 2021

Folge 4 | Warten auf...Chancengleichheit

In Folge 4 trifft sich Dramaturgin Meike Sasse im virtuellen Zoom-Raum mit Heike Kempe, Vorstandsmitglied des Gesamtelternbeirats (GEB) der Kindertagesstätten Konstanz, sowie Isabel Schlögl, Geschäftsführerin der katholischen Kitas in Konstanz, und Manuel Heß, Erzieher im Kinderhaus “Dorothe von Flüe” in Konstanz-Petershausen. Unsere Gäste berichten von der aktuellen Situation in den Einrichtungen, von den Herausforderungen durch die Pandemie, aber auch der Familienfreundlichkeit von Konstanz und Deutschland im Allgemeinen und Utopien, die sie sich ausmalen.

Folge 3 | KEIN Warten auf!

Für die Folge 3 unseres Podcasts trifft sich Ensemblemitglied Peter Posniak mit den Klimaaktivistinnen Zoe Blumberg und Sharon Hammerschick von Fridays for Future Konstanz im flauschigen Monsta-Bühnenbild auf der Werkstattbühne des Theaters. Zoe und Sharon berichten von Erfolgen und Misserfolgen beim Kampf um 1,5 Grad bei der Erderwärung, von ignoranten Politiker*innen, von ihren Anfängen als Aktivistinnen und erklären, wieso wir bald mit 180 gegen eine tödliche Wand fahren werden, wenn wir nicht sofort bremsen.

Folge 2 | Warten auf... Menschlichkeit

In Folge 2 unseres Podcasts "Warten auf..." sprechen der Pfleger Noel Matausch und Schauspielerin Sarah Siri Lee König nicht nur über die großen Probleme unseres Pflegesystems, sondern auch über das große Thema Gesundheit im Allgemeinen. Noel berichtet von seinem Alltag als auszubildender Pfleger in Konstanz, von Unmenschlichkeit, vom großen Schweigen, von der Würde des Menschen und Patient*innen als Wirtschaftsfaktor.
Die Aufnahme fand statt im Café Heimathafen Konstanz. Wir danken für die freundliche Unterstützung!

Folge 1 | Warten auf... Euch

In der 1. Folge „Warten auf... Euch!“ sprechen Regieassistentin Susanne Frieling und Dramaturgin Meike Sasse im leeren Theater über einen Neustart in Pandemiezeiten, das Bedürfnis sichtbar zu sein und mit der Stadtgesellschaft in Kontakt zu kommen.