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dosenfleisch

von Ferdinand Schmalz

Dauer 1:10 Stunden, keine Pause
Regie Matthias Kaschig Bühne, Kostüme & Video Jens Dreske, Franziska Jacobsen  Musik Rudolf Hartmann Dramaturgie Meike Sasse, Doris Happl
Mit Katrin Huke, Kristina Lotta Kahlert, Patrick O. Beck, Odo Jergitsch, Rudolf Hartmann

Eine Autobahntankstelle: „hier rastet man im nirgendwo“. Der Versicherungsvertreter Rolf – ein Spezialist des Unglücks – sucht dort nach Mustern und verborgenen Strukturen, „es häuft der unfall sich in letzter zeit.“ Die Begegnung mit Beate und Jayne – zwei von der Autobahn gezeichnete Körper- ist schicksalhaft. Die eine hat ihr Elternhaus an die Autobahn verloren, die andere ist nach einem Unfall mit sich an diesem Un-Ort gestrandet – zubetonierte und überfahrene Vergangenheiten. „wir sind doch alle teil eines viel größren unfalls“, meint Jayne.  Was verbindet diese drei Crash-Fetischisten? Und welche Rolle spielt der Fernfahrer, der die monotone Geschwindigkeit der Straße schon ganz im Körper hat und filmisch präzise vom Gefühlsstau zu erzählen weiß?
 
Der vielfach ausgezeichnete österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz schrieb mit „dosenfleisch“ eine Art stationäres Roadmovie für das Theater. Das für den Mülheimer Dramatikerpreis 2016 nominierte und am Burgtheater Wien uraufgeführte Stück erscheint vordergründig als absurd-komischer Thriller über Menschen auf der rastlosen Fahrt in ihren Blechbüchsen. Es ist aber auch die kluge und sprachlich raffinierte Erzählung von der Sehnsucht nach dem Ankommen und der Suche nach Heimat – auch in anderen. Schmalz‘ Figuren sind Raststätten-Philosophen, die über nichts so leidenschaftlich nachdenken, wie über das Leben innerhalb und außerhalb seiner Leitplanken.

Matthias Kaschig arbeitete u.a. am Deutschen Theater Berlin, Theater Bonn, Schauspiel essen, Volkstheater München und Wien, Staatstheater Mainz und Theater Luzern. Von der Zeitschrift „Theater heute“ wurde er 2010 und 2011 für seine Inszenierungen am Theater Bern als bester Nachwuchsregisseur nominiert. Von 2015 bis 2017 war er Hausregisseur am Deutschen Theater Göttingen.

Aufführungen / Termine

Pressestimmen

Matthias Kaschig hat mit seinem inspiriert aufspielenden Ensemble das zweite Stück des einst als Nachwuchsautor gefeierten Autors Schmalz auf ein basales Gefühl zurückgeführt: die Unheimlichkeit, die uns eigentlich beschleichen muss angesichts allumfassender Besinnungslosigkeit,. Das macht die Inszenierung spannungsreich und sehr nahbar.

Maria Schorpp, Südkurier, 22.6.2021

Theater Konstanz
Foto: Ilja Mess
Theater Konstanz
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Theater Konstanz
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Theater Konstanz
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Theater Konstanz
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Theater Konstanz
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